30. Oktober 2017

Aktuelle Situation der Afrikanischen Schweinepest

Die Situation der Afrikanischen Schweinepest in Tschechien und die derzeitigen jagdlichen Maßnahmen im Seuchengebiet und seinem Umfeld. Aktualisierter Stand: 25. Oktober 2017

Dr. Miroslav Vodnansky

Mit 25. Oktober 2017 wurde bei 112 verendet aufgefundenen Wildschweine die Afrikanische Schweinepest in dem verseuchten Gebiet diagnostiziert. Alle diese positiven Fälle blieben bis jetzt nur auf einen kleinen Bereich im Umkreis von einigen wenigen Kilometern beschränkt (siehe beigelegte Karten).   

Seit Ende Juni 2017 tritt in der Nähe von Zlín, einer etwa 80 km von der österreichischen Grenze entfernten Stadt in Mähren, die Afrikanische Schweinepest auf. Zuerst wurde der Verdacht auf diese für Haus- und Wildschweine extrem gefährliche Seuche in diesem Gebiet am 26. Juni 2017 bei zwei verendeten Wildschweinen bestätigt. Seitdem kamen immer wieder weitere positive Fälle hinzu, und bis zum 25. Oktober 2017 stieg die Anzahl der Wildschweine, bei denen diese Viruskrankheit diagnostiziert wurde, auf insgesamt 112 Stück. Alle durchgeführten Untersuchungen der Hausschweine waren bisher hingegen negativ. Von den ersten diagnostizierten Fällen im Juni bis jetzt bleibt das Auftreten der Seuche bei den Wildschweinen nur auf einen kleinen Teil des Bezirks Zlín in unmittelbarer Umgebung der gleichnamigen Bezirksstadt beschränkt. Alle verendeten Wildschweine mit dem positiven Befund wurden in Katastralgebieten von einigen wenigen benachbarten Gemeinden in einem Umkreis von nur etwa 5 km aufgefunden (siehe Karte 1, roter Bereich). An den Grenzen des betroffenen Gebiets wurden Duft- und elektrozäune installiert, um das Auswechseln der Wildschweine aus diesem nachgewiesen verseuchten Bereich womöglich zu verhindern. Außerhalb dieses Gebiets wurden bis zum jetzigen Datum bei den untersuchten Wildschweinen keine positiven Fälle diagnostiziert (Karte 2, Untersuchungen mit positiven Befund- rot; Untersuchungen mit negativen Befund – grün).

Maßnahmen

Für den gesamten Bezirk auf einer Fläche von etwa 1.033 km² mit insgesamt 89 Gemeinden wurden von der Veterinärverwaltung strikte Maßnahmen eingeführt, die sowohl die Hausschweinezuchten wie auch die Jagd betreffen (Karte 1, roter Bereich mit positiven Fällen, grüner Bereich mit bis jetzt negativen Befunden). Bezüglich der Jagd handelte es sich in erster Linie um ein vorübergehendes generelles Verbot der Schwarzwildbejagung. Die Begründung dafür war, dass durch die unkontrollierte Jagd in dem Seuchengebiet eine weitere Verbreitung des Virus noch zusätzlich gefördert werden könnte. Die Jäger wurden aufgerufen, die aufgefundenen verendeten Wildschweine sofort zu melden. Bevor man wusste, wo überall die Seuche verbreitet werden könnte, galt das Jagdverbot für den gesamten Bezirk. Seit Anfang August galt es nur für die ausgewiesene engere Zone mit den bestätigten Seuchenfällen. In anderen Teilen des Bezirks Zlín dürfen die Wildschweine ausschließlich von bestimmten, seitens der Veterinärverwaltung speziell geschulten Jägern bejagt werden, wobei die erlegten Stücke nach Entnahme der Untersuchungsproben in speziellen Containern zu entsorgen sind. In der engeren Zone mit den nachgewiesenen Seuchenfällen wurde zusätzlich erlassen, dass in bestimmten Lokalitäten einige landwirtschaftliche Flächen vorläufig bis zum Jahresende nicht abgeerntet werden dürfen, damit das Schwarzwild sich dort in Ruhe aufhalten kann und nicht auswechselt. Ab 11. September dürfen speziell ausgebildete Jäger (maximal drei je Jagdgebiet) auch in dem verseuchten Gebiet das Schwarzwild bejagen. Das Ernteverbot auf bestimmten landwirtschaftlichen Flächen bleibt weiterhin in Kraft, um dem Schwarzwild Ruhe und Deckung zu gewähren. Auf diesen Flächen besteht nach wie vor Jagdverbot.

Pufferzone

Um den betroffenen Bezirk Zlín wurde eine ausgedehnte Pufferzone mit einer besonders intensiven Bejagung des Schwarzwildes festgelegt (Karte 1, rot umrandeter gelber Bereich). Ihre Abgrenzung bildet im Westen die Autobahn zwischen Brünn und Ostrava, im Norden die polnische Grenze, im Westen die Grenze zur Slowakei und im Süden die Autobahn von Brünn nach Bratislava. In dem südöstlichen Zipfel beginnt die Pufferzone in einer sehr geringen Entfernung von nur wenigen Kilometern zu der österreichischen Grenze. In diesem Gebiet ist bei der Jagd auf Wildschweine ab jetzt auch die Anwendung der bisher verbotenen Hilfsmittel und Jagdmethoden (Nachtsicht- und Nachtzieloptik, Bejagung auf den Feldern während der Erntearbeit u.s.w.) erlaubt.  Darüber hinaus sollten die Jäger mit Abschussgeld zu einer verstärkten Schwarzwildbejagung motiviert werden. Von allen in dieser Zone erlegten Wildschweinen müssen neben der obligaten Trichinenuntersuchung auch Proben (Milz und Lymphknoten) zur speziellen Laboruntersuchung zugesendet werden. Bis jetzt ergaben die Untersuchungen von allen erlegten Wildschweinen (mehr als 5.000 Stück) einen negativen Befund (Karte 3 mit Hinweisen auf die durchgeführten Untersuchungen außerhalb des Seuchengebiets).

Bis jetzt wurde nicht geklärt, wie die Seuche nach Tschechien gelangte.  Die Gebiete, wo sie bisher aufgetreten war, sind mehrere Hundert Kilometer entfernt. Man geht nach wie vor davon aus, dass ihr Erreger von dort passiv von Menschen, vermutlich mit mitgenommenen kontaminierten Nahrungsmitteln bzw. Transportmitteln, eingeschleppt wurde (Karte 4, die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Europa, Stand Juli 2017).

Zusätzliche Information: Anfang August wurde ein Seuchenausbruch bei Hausschweinen in Rumänien nahe an der ukrainischen Grenze gemeldet. Somit ist nach den baltischen Ländern, Polen und Tschechien ein weiteres EU-Land betroffen (abgesehen von Sardinien, wo diese Seuche seit Ende 1970er Jahre vorkommt).

Weiterführende Informationen zur Afrikanischen Schweinepest insbesondere im Hinblick auf die Situation und vorbeugende Maßnahmen in Österreich finden Sie hier:

Verbrauchergesundheit

Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

Die derzeitige Situation zeigen folgende Karten. Um die Karten vollständig zu sehen, klicken Sie bitte darauf:

 

Jagd & Natur

29. August 2017

Wildarten: Biber

Name: Biber (castoridae) Tierfamilie: Nagetiere Größe: Kopf-Rumpf-Länge 83-100 cm, Schwanz 30-38 cm Gewicht: bis zu 35 kg Fortpflanzungszeit: Jänner-Februar Trächtigkeitsdauer: ...

weiterlesen

Diese Seite kann im Internet Explorer unter Version 9 nicht angezeigt werden. Bitte updaten Sie Ihren Internet Explorer oder laden Sie sich einen alternativen Browser herunter (zB. Firefox, Chrome etc.) Vielen Dank für Ihr Verständnis!